Schneider Tower
AT 286 / System 240
Schneider Tower AT 286
Neben der CPC-Serie für den Heimbereich versuchte Schneider auch IBM Kompatible Rechner im Markt zu etablieren. Die Betonung liegt auf Versuch, denn Rechner unter dem Namen EuroPC, EuroAT oder TowerAT blieben eher die Seltenheit.

Ende der 80èr Jahre waren Rechner mit MS-DOS und den frühen Versionen von Windows im Vergleich zu den etablierten Heimcomputern von Commodore und Atari doch recht teuer bei eher magerer Leistung. Auch die Software (besonders in Form von Spielen) war damals eher dürftig von Verfügbarkeit und Qualität. Eine Tatsache, die sich einige Zeit später änderte.

So wurde 1988 der Schneider Tower AT auf den Markt gebracht, die letzte Eigenentwicklung in Sachen Computer von der Schneider Computer Division. Alle weiteren Rechner trugen lediglich den Namen Schneider. Sie wurden jedoch weder selbst entwickelt, produziert oder vertreiben. Der hier abgebildete Rechner hat die offizielle Bezeichnung "AT 286 System 240" mit der Serien-Nr. 13937. Die verschiedenen System Nummern hatten unterschiedliche Konfigurationen, z.B.:
System 220 512 KB RAM Intel x286 CPU mit 10MHz 20 MB Festplatte
System 240 1 MB RAM Intel x286 CPU mit 10MHz 40 MB Festplatte
System 260 1 MB RAM Intel x286 CPU mit 12MHz 60 MB Festplatte
Daneben gab es noch mehr System Bezeichnungen. Die Unterschiede liegen bei der Anzahl der Floppys, RAM, und Festplatten.

Das Konzept basierte auf einem modularen Platinensystem. Die Tower-EGA I/O-Basisplatine beinhaltet das Bussystem und alle I/O-Schnittstellen. Im einzelnen sind dies:
ISA-Bus 3x 16-Bit und 1x 8-Bit
CPU-Bus 104-poliger Steckplatz für CPU-Karte (rechter Slot auf Abb.)
Seriel 1x für freie Belegung / 1x als Maus-Port deklariert
Printer-Port Parallele Schnittstelle
Externes Floppy Schnittstelle in Grösse und Form der Parallelen Ports
Monitor Anschluss für Monitor EGA/VGA Monitore
Keyboard PS/2 DIN Anschluss (als einziger Anschluss jedoch über die CPU-Platine)
Tower EGA I/O Platine
Die Basisplatine beinhaltet einen Floppy-Controller für max. zwei eingebaute 3,5 Zoll interne oder 5.25 Zoll externe Floppys. Als Grafikadapter (Typ GC201 von G2) ist ein EGA-Grafik-Controller onbard, welche auch MDA- (monochrom Modus) oder CGA-Grafik emulieren kann. Das hier abgebilderte Board ist Revision 2B (Baugruppe 50228).
Tower AT CPU-Platine
Die CPU-Karte beinhaltet neben dem i8086 CPU auch den RAM-Speicher vom 1024 KByte (ganz rechts). Die Karte war bereits für weitere zwei (vermutlich weitere) RAM-Bänke vorbereitet. Mir ist jedoch kein Board bekannt, wo diese Option genutzt wurde. Optional ist ein Steckplatz für einen gesockelten 80287 Co-Prozessor vorhanden. Die CPU-Karte ist Revision 4B (Baugruppe 50229).
Die interne Fesplatte wird über einen seperaten AT-Controller angesprochen, der einem der ISA-Bus Steckplätze belegt.
Platinenlogo Schneider
Noch eine Info für alle, die sich über Ihre "lahme" Grafikkarte aufregen:

Zitat Handbuch: "In Ihrem Schneider Tower AT ist der hochauflösende Grafik Chip GC-201 eingebaut ...."

In der Praxis heist dies 16 aus 64 verfügbaren Farben bei einer Auflösung von max. 640x350 Punkte. Also Leute, meckert nicht über eure "lahmen" onboard Grafikkarten mit schlechter Auflösung .... :-)

Das eingebaute Floppy bezieht seinen Stron nicht vom Netzteil, sondern über das Floppy Falachbandkabel. Dies ist der einzige Rechner in dem ich das bis jetzt gesehen habe.

In Sachen Strom war dieser Rechner (für heutige Verhältnisse) noch ein absoluter Stromspar-Rechner. Mit 130 Watt kommt heute oftmals nicht einmal mehr die CPU aus ......
Gehäuse Schild