Apollo 9000 Serie 400
Apollo9000
Mitte 1989 kaufte Hewlett Packard den amerikanischen Workstation Produzenten Apollo Computers Inc.. Ein Jahr später wurde auf Basis des MC 68030 und MC 68040 die HP Apollo9000 Serie400 auf den Markt gebracht.

Das Einstiegsmodell "400dl" wurde mit einem 50MHz getakteten MC68030 CPU und leistete 12 MIPS (million instructions per second), während das Modell "400s" als Profi-Station einen 33MHz MC68040 mit 26 MIPS bewältigen konnte.

Bei dem abgebildeten Modell handelt es sich um ein Modell "400s", das für CAD-Anwendungen verwendet wurde. Der Preis inkl. 19" Farbmonitor betrug 1990 ca. 15.000.- Euro. Lieferbar war das Modell ab Oktober 1990.

Von vorne können bis zu drei SCSI-Festplatten mit einer grösse von 5,25" (doppelte Bauhöhe) in das Gehäuse eingebaut werden. Das Motherboard, Grafikkarte und weitere Karten sind hinten eingesteckt. Eine Kühlung erfolgt durch zwei grosse Lüfter, die am unteren Boden (über dem Netzteil) eingebaut sind.
Apollo9000 hinten
Zu sehen ist rechts (auf kompletter Höhe) die Hauptplatine, links oben die Grafikkarte und unten ein Einschub für EISA Erweiterungskarten. Zwei weitere Einschübe sind leer und können mit weiteren Karten bestückt werden.
Die Hauptplatine ist (für heutige Verhältnisse) ein wahres Monster:
Apollo9000 Motherboard
Rechts oben sind insgesamt 8 RAM-Bänke (hier nur zwei bestückt), die insgesamt bis zu 128MB RAM unterstützen (je 16MB pro Bank). Darunter ist ein Kühlkörper zu sehen. Unter Ihm ist der MC68040 CPU. Die untere Steckleiste verbindet die Hauptplatine mit den anderen internen Schnittstellen. Die Schnittstellen für die Aussenwelt sind HP-HIL (für HP Tastatur und weitere Eingabegeräte), Domain Keyboard (wenn man eines hat ...), SCSI extern, RS232, Token-Ring Netzwerk, LAN (mit Adapter auch RJ45-Stecker), Lautsprecher und ein für mich undefinierbarer (da nicht beschrifteter) Anschluss über ein Flachbandkabel .....

Die Grafikkarte ist dagegen richtig klein:
Apollo9000 Grafikkarte
Der Anschluss des Monitors erfolgt über 3 BNC-Stecker. Jawohl, nur 3 Stück, also einer für Rot, Grün und Blau (RGB). Der Monitor ist ein Festfrequenz-Gerät, dadurch wird kein Kabel für die horizontale oder vertikalen Frequenzen benötigt.

Den Anschluss an die 32-Bit EISA-Welt erhält die Apollo durch einen Adapter:
Apollo9000 EISA Asapter
Es ist damit das erste Modell, das eine solche Möglichkeit besitzt.Es kann jedoch auch ein normales ISA (AT-Bus) System eingebaut werden. Theoretisch ist durch die Adapter Lösung noch mehr möglich .....

Die Serie400 wurde mit Domain OS oder HP-UX (eine Unix Variante von HP) ausgeliefert. Die Geräte mit Motorola CPU waren für 2D-Grafikanwendungen gebacht. Gleichzeitig gab es noch ein TOP-Modell für 3D-Anwendungen. Dieses war mit einem RISC CPU ausgerüstet und hatte einen stolzen Preis von schlappen 65.000 Euro!

Die Serie400 wurde von Siemens als alten OEM-Partner von Apollo Computers unter anderem Namen auch vertrieben. Sie war die letzte Serie mit einem Motorola CPU. Alle Nachfolger wurden auf der RISC Technologie produziert.

Die hier gezeigte Apollo ist noch voll funktionsfähig und läuft momentan mit einem HP-UX Betriebssystem. Die Serie 400 wird jedoch auch von der Open Source Unix Variante OpenBSD voll unterstützt.
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