Cyberstorm MKI 060/50
Die Cyberstorm MKI war die erste richtige Turbokarte für den A3000/4000 CPU-Slot aus dem Hause Phase5. Davor gab es noch Turbokarten mit einem 68030 CPU, die ich hier vernachlässigen möchte.

Phase5 war bis zum Konkurs im Jahre 1999 wohl die Hardwareschmiede im Bereich Turbokarten. Die Cyberstorm-Karten  wurden bis vor kurzem noch von DCE in der MKIII und PPC-Variante gefertigt. DCE hat die Produktions-Lizenzen der ehemaligen Blizzard, Cyberstorm und Cybervision Karten kurz vor dem Konkurs erworben. Mittlerweile hat DCE jedoch jegliche Amiga vergangenheit abgeschüttelt.

Die MKI ist eine modular aufgebaute Turbokarte. Sie besteht aus folgenden Bauteilen:

1. Der Cyberstorm Carrier:

Die Carrier-Platine ist die Grundplatte, die auf den CPU-Slot des Amigas gesteckt wird. Es enthält bei der 68060-Variante ein zusätzliches ROM. Desweiteren ist ganz links der Slot für das CyberSCSI Modul zu sehen. Am unteren rechten Rand der Slot für das RAM-Modul. Aus dieser Abbildung ist das zweite Bauteil, das CPU Modul noch aufgesteckt.
Cyber Carrier
2. Das CPU Modul

Dieses Modul beinhaltet die CPU. Es gab folgende Varianten:
- MC 68040/25MHz
- MC 68040/40MHz
- MC 68060/50MHz

3. Das RAM Modul

Hier können max. 4 PS/2 SIMM`S mit einer Kapazität von je max. 32MB Fast RAM eingebaut werden. Die Cyberstorm kann jedoch auch ohne dieses Modul betrieben werden, jedoch mit erheblichen Geschwindigkeitsverlusten. Bei einem A4000 ist zu empfehlen, das zumindest das RAM des Motherboards auf das Modul gesteckt wird. Dort ist es sinnvoller. Als die Cyberstorm herauskam kostete jedoch ein PS/2-SIMM mit 4MB ca. 400.-DM (rund 200,- Euro). Die RAM-Grösse muss durch Jumper Einstellungen angegeben werden.
Cyber RAM
Das RAM-Modul auf dem Bild ist voll mit vier PS/2 RAM Bausteinen bestückt.

4. Das CyberSCSI Modul (optional)

Das SCSI-Modul beinhaltet einen SCSI-II Controller mit internen und externen Ausgang, sowie Autoboot ROM`s. Um die Geschwindigkeit der Turbokarte optimal zu nutzen ist er von Nöten. Mit Ihm umgeht das die Nadelöhr des ZorroIII-Ports, sowie den doch (im Vergleich) recht langsamen internen IDE-Port des A4000.
Cyber SCSI
... und so sieht die Karte komplett aufgebaut aus:
Cyberstorm MKI komplett
Die Karte ist, wie auf dem Bild nur unschwer zu erkennen, recht gross. Die gesamte Karte ist immerhin ca. 35cm lang und füllt die Desktop Geräte gut aus. Daher kann es (trotz Lüfters) bei manchen Karten in Desktop`s auch zu thermischen Problemen kommen. Vor dem Einbau der 68060-Variante muss man mit der Install Disk der Cyberstorm die 68060-Library installieren. Diese spezielle Library von Phase5 ist notwendig, da das Amiga OS die 68060 CPU nicht kennt und auch offiziell nicht unterstützt. Wurde die Installation vergessen stürzt der Amiga beim laden der Workbench 2.0 oder höher mit grosser Wahrscheinlichkeit ab.

Die Nachfolgeversion MKII war kompakter und bestand nur noch aus einer Platine mit CPU und RAM-Sockel, sowie einem optionalen SCSI-II Modul.

Die MKIII-Version hat einen eingebauten UltraWide-SCSI Controller, sowie einen Expansion-Port für einen CyberVisionPPC Grafikkarte oder die G-REX PCI Boards.

Trotz des etwas grossen Aufbaus war die MKI wohl die schnellste dieser drei Versionen. Neben der kompakteren Bauweisen hat man anscheinend auch ein paar Abstriche gemacht, wie es mir in einem Forum einmal ein ehemaliger Hardware-Entwickler erzählt hat. Dafür hatte die MK I gegenüber Ihren Nachfolgeversionen immer wieder Probleme mit RAM-Bausteinen. Sie ist etwas wählerisch, dies wurde zugunsten leichter Performanceverluste geändert. An genaue Details kann ich mich leider nicht mehr erinnern.