Amiga 4000
A4000
Der A4000 ist das Flaggschiff der Amiga-Classic Serie und der große Bruder des A1200. Grundsätzlich kann man die Geräte in die Desktop- (siehe Bild von Commodore-Poster) und Tower-Version gliedern. Als Tower ist der Orginal-Tower gemeint und nicht die vielen auf dem Markt erhältlichen Towerumbauten, die in Wirklichkeit eine Desktop-Motherboard enthalten. Bei Umbauten handelt es sich um Tower-Gehäuse und Daugherboards von verschiedenen Herstellern, wie z.B. RBM, Micronic, Eyetec, Eagle u.v.m., die es erlauben einen Desktop-Amiga in einen Tower zu packen. Dies ist Aufgrund der recht engen Platzverhältnissen im Orginal-Desktop eine ratsame Entscheidung. Im Tower kann man seinen Amiga nach Lust und Laune erweitern, da neben viel Platz auch ein erheblich stärkeres Netzteil zur Verfügung steht.

Die wichtigsten technischen Daten der Geräte wiefolgt:
Gehäusevariante Desktop Tower
Chip RAM 2 MB (1x2MB PS/2) 2 MB (1x2MB PS/2)
max. Fast RAM onboard 16 MB (4x4MB PS/2) 16 MB (4x4MB PS/2)
Chip Satz AGA (Alice & Lisa), Ramsey, SuperBuster, Amber AGA (Alice & Lisa), Ramsey, SuperBuster, Amber
Schnittstellen 1x Parallel, 1x Seriell, 1x Floppy 1x Parallel, 1x Seriell, 1x Floppy
Zorro Slots
4x Zorro III
7x Zorro III
Video Slots 1x AGA Slot 2x AGA Slot
CPU Slot 1x 1x
Controller IDE onboard IDE + SCSI2 onboard
Kickstart V 3.0 (später 3.1) V 3.0 (später 3.1)
Wie man sehen kann sind die Unterschiede klein aber fein. Der von vielen vermisste SCSI Controller wurde im Tower wieder eingebaut. Auch mehr Slots hatte die Tower-Version. Zu guter letzt wurden jedoch richtige Highlights (die auch den Mehrpreis rechtfertigen) weggelassen.

Mein A4000 war ein Desktop, der später in ein Towergehäuse der Fa. RBM Modell Towerhawk4000 eingebaut wurde. Dadurch erhielt er nachträglich die 7 ZorroIII-, 2 Video, 5 ISA-Schnittstellen, sowie 5x 5,25" Einbauschächte (vorne zugänglich), einen 3,5" Floppy-Schacht und 3 interne 3,5" Festplattenplätze (einfache Bauhöhe). Das RBM "Daughterboard" mit den Schnittstellen hat jedoch Nachteile gegenüber dem Orginal und vielen anderen Boards. Es ist nicht komplett nach den Commodore-Richtlinien produziert worden. Dies hat zur Folge, dass einige Zorro Karten den Dienst versagen. Besonders Karten mit DMA-Zugriff haben Probleme, ebenso bei Vollbestückung aller Zorro Slots. Alle Slots lassen sich nicht gleichzeitig nutzen.

Mit dem CPU-Slot ist der A4000 (ebenso wie der A3000) schnell und einfach mit Turbokarten umrüstbar. Standardmäßig wurde der A4000 Desktop mit einer 68030/25MHz und 68040/25MHz (Turbokarte Modell A3640) ausgerüstet, wobei die CPU-Versionen je nach Preis unterschiedlich waren. Teilweise wurden auch MC680LC40 CPU`s verbaut, die zwar eine MMU (Mermory Management Unit), aber keine FPU (Float Pointing Unit) hatten. Die FPU war ab dem Modell 68040 kein externer mathematischer Coprozessor mehr, sondern intern eingebaut. Die fehlende FPU macht sich besonders bei rechenintensiven, für FPU`s optimierten Programme, bemerkbar (spreche aus eigener Erfahrung). Wer, wie ich, den Fehler beim Kauf des Rechners machte und auf Fast-RAM verzichtete, bekam einen Schock (im positiven Sinne) als er 4MB Fast RAM zum Chip RAM einbaute. Andererseits kosteten damals 4MB PS/2 Bausteine auch noch ca.400.-DM (ca. 200 Euro). Bei solchen Preisen überlegte ich mir sowas mit Azubi-Gehalt doch recht intensiv. Kurze Zeit später purzelten die Preise und ich bekam für umgerechnet 20 Euro zwei dieser Bausteine ....

CPU-Karten gibt es von den verschiedensten Herstellern mit allen CPU`s der Motorola 68k-Serie. Um die Turbokarten richtig ausnützen, sind sie ein kleines Computer-System in sich. Sie beinhalten meist einen separaten RAM-Speicher und teilweise SCSI-Festplatten Controller. Dadurch muss das nadelöhr CPU-Slot nicht so intensiv genutzt werden. Mehr Info`s zu meiner Cyberstorm MKI Turbokarte gibts unter der Rubrik Turbokarten .

Hier ein Bild des Amiga 4000 Motherboard der Desktop-Variante Revision D A4000cr (cr = cost reduced):
A4000 Motherboard
Schauen wir uns das Board etwas genauer an. Links oben sind die 4 PS/2 RAM-Sockel zu erkennen. Rechts daneben ist normalerweise eine Lithium-Batterie für die Echtzeituhr. Rechts oben sind die Maus/Joystick-Ports. Die Ports auf der rechten Seite (von oben nach unten) sind Stereo-Audio (Links/Rechts), Video-Ausgang (Monitor), Tastatur, Parallel und  Floppy. Die serielle Schnittstelle ist über dem Floppy-Port. Mitten auf der Platine ist die zweigeteilte Anschlussleiste für das Daugherboard (Zorro II/III, ISA, Video). Unten ist der CPU-Erweiterungs-Slot zu sehen. Etwas darüber sieht man zwei leere Bausteinplätze. Dort sind in den 68030-Versionen der MC68030, sowie die FPU 68881/68882 gelötet/gesockelt, sowie der Quarz darüber. Rechts daneben sind noch die Pfostenstecker für den IDE-Controller und interne Floppy`s.

Ganz links unten (die zwei weissen Bausteine) sind die Kickstart-ROM Bausteine. Der A4000 wurde anfangs mit der ROM Version 3.0 ausgeliefert. Hier ist jedoch die Version 3.1 eingebaut.
A4000 platine
Gebaut wurden die guten Stücke unter Commodore`s Zeiten auf den Philippinen. "Copyright 1992" und läuft immer noch wie ein schweizer Uhrwerk. Rechts im Bild ist der sogenannte SuperBuster zu sehen. Der Buster ist für die Zorro-Slots zuständig. Die Revision -9 hatte noch einige Probleme mit Zorro III und DMA-Karten. Die letzte verfügbare Version (hier eingebaut) ist die Revision -11. Hier hatte ich keinerlei Zorro III bzw. DMA Probleme.

Hier jedoch die Daten meines A4000-Systems:
Grundmodell A4000 Desktop
Gehäuse RBM Towerhamk 4000ex
Daughterboard RBM 4000onboard mit 7x ZorroIII-, 2x AGA-Video- und 5x 16-Bit ISA-Slots (passiv)
CPU-Karte Phase5 Cyberstorm MKI 060/50MHz
RAM 2 MB Chip RAM, 16MB Fast RAM onboard, 64MB RAM auf Cyberstorm Karte
Betriebssystem Kickstart 3.1 / OS 3.9
IDE-Controller onboard mit einer 420MB
Buddha IDE mit 8GB Festplatte und 8x CD-ROM
SCSI-2 Controller CyberSCSI auf Cyberstorm CPU-Karte mit 1GB Festplatte und 8x CD-ROM
Grafikkarte Retina BLT Z3 4MB mit Picasso96 Software
Micronik Scandy Scandoubler in Video-Slot
Schnittstellen 1x Seriell, 1x Parallel
zusätzlich HyperCom 3+ High-Speed Schnittstellenkarte mit 2x Ser/1x Par
Digitizer Masoboshi MVD 819 ZorroII Echtzeit Video-Digitizer