Amiga 2000
Der Amiga 2000 war der grosse Bruder des A500 (weitere Infos siehe auch dort) und für den professionellen Einsatz gedacht. Durch sein grosses Desktop-Gehäuse hatte er genügend Platz für Erweiterungen jeglicher Art.
A2000
Die erste Board-Version wurden von Commodore Deutschland in Braunschweig entwickelt. Im Grunde war es ein Amiga 1000 (der erste Amiga) mit ZorroII-Slots und einigen kleinen Veränderungen. Gerüchten zufolge sollen bis zu 60.000 Boards in diesem Design (auch A2000 Modell A genannt) gebaut worden sein.

Es gab ein Redesign des Boards in den USA die neueren Chips des A500 und der neue Zorro Controller ("Buster-Chip") integriert wurden. Auch ein "Coprozessor" CPU-Slot für spätere Turbokarten bekamm das Board. Diese Modell Revisionen sind als A2000 Modell B bekannt.

Spätere Modelle hatten 1MB Chip RAM onboard, dafür kein Fast RAM mehr. Diese Veränderung wird gern als Modell C bezeichnet. Es ist keine jedoch keine offizielle Modellangabe, obwohl diese Bezeichnung weit verbreitet ist.

Die Leistungsdaten sehen wiefolgt aus:

CPU MC 68000 von Motorola
Taktfrequenz 7,14 MHz
RAM Motherboards bis Rev5 : 512KB Chip RAM + 512KB Fast RAM
Motherboards ab Rev6 : 1MB Chip RAM
Ausgänge 1x Monitor (15kHz), 1x Monochrom-Monitor, 1x Floppy, 2x Audio (links/rechts), 1x Parallel, 1x Seriell, 2x Maus/Joystick (vorne) , 1x Tastatur (vorne)
Laufwerksschächte 2x 3,5" + 1x 5,25" (nicht für CD-ROM`s, sondern 5,25" Floppy!)
ROM Kickstart V1.2, später V1.3
Dem Amiga 2000 wurden von Commodore einige Erweiterungs-Slots spendiert:
Slot-Art
Anzahl
Beschreibung
Zorro II
5
Der Zorro II Slot war für Erweiterungskarten jeglicher Art gedacht. Die Installation von Karten war dank AutoConfig (später bei PC`s als Plug&Play eingeführt) einfach. Die meisten Erweiterungen waren auf diesen Zorro-Standard gebaut. Die Übertragungsrate war max. 5MB/sec
CPU Slot
(ab Serie B)
1
Da man sich sicher war, dass die CPU-Leistung bald nicht mehr ausreichen würde, bekam der A2000 gleich einen CPU-Slot für Turbokarten. Karten, die in diesem Slot steckten übernahmen die Funktion des 68000èr CPU`s komplett und beherbergen noch zusätzliches RAM. Das ersten deutschen Boards hatten diesen Slot nicht.
Video Slot
1
Der Videoslot war für Genlocks, Interlace-Karten oder ähnlichem zur Bearbeitung von Videofilmen geeignet. Die deutschen Boards hatten einen reinen Genlock Slot.
ISA Slot
2x 8-Bit
2x 16-Bit
Die ISA-Slots in den Amiga`s waren nur passiv. Sie konnten von dem Amiga Systerm direkt nicht angesprochen und genutzt werden. Eine Aktivierung erfolgte durch Bridgeboards, die die MS-DOS Welt dem Amiga eröffneten und ISA-Karten nutzen konnten.
Der Amiga 2000 war für die Film und Fernsehbranche damals eine Wunderkiste. Durch Genlocks konnten Bilder ohne Probleme manipuliert werden. Durch die 15 KHz Grafikmodis konnten ohne grossen Aufwand Fernsehbilder ausgegeben werden (Fernsehen benutzt ebenfalls 15 KHz). Die Grafikfähigkeit war für damalige Verhältnisse unvorstellbar. Solch eine Leistung konnten bis dato nur extrem teure Spezialrechner erbringen. Mit 2000.-DM (etwas über 1000 Euro) waren diese Möglichkeiten aber erschwinglich. Viele Fernsehanstalten benutzen den A2000 noch bis 1995 oder später. Auch Specialeffects entstanden auf diesen Geräten, so hatte George Lucas für seine Firma LucasArts eine ganze "Amiga-Farm". Durch den geringen Preis der Geräte konnten endlich auch private Anwender Videoschnitt selber machen bzw. Videos nachbearbeiten.

Den Sprung in die Industriewelt hat der Rechner jedoch nie geschafft. Dies lag wohl auch ganz stark am Marketing von Commodore. So wurden die PC AT-Computer immer stärker, obwohl sie bei weitem nicht mit dem Amiga mithalten konnten. Windows steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen, als eine komfortable Grafische Benutzeroberfläche auf Geräten wie Amiga, Atari ST oder Apple Mac bereits Standard war. Doch die Geschichte hat sich anderst entwickelt .......
A2000 Motherboard
Deutlich erkennen kann man links unten die 5 Zorro-Slots, rechts daneben den CPU-Erweiterungs Slot und den CPU. In der rechten oberen Ecke ist der Video-Slot. Links oben sieht man die 8-Bit bzw. 16-Bit ISA-Slots

Mein A2000 hat momentan folgende Ausstattung:
Floppy 2x 3,5" mit je 880KB
Turbokarte Commodore A2620 mit CPU 68020 14,2 MHz, MMU und FPU 68881
RAM 1 MB Chip onboard
2MB 32-Bit Fast RAM auf Turbokarte
4MB Fast-RAM auf Zorro II-Karte MegaMix 2000 von 3-State
Festplatte 200MB auf AT-Bus Controller A2008 IDE von BSC/Alfadata
Kickstart V2.04 / Workbench V2.1