Amiga 1200
A1200 Towerumbau
Der Amiga 1200 ist wohl der jetzt noch meistgenutzte Amiga. Es war der Nachfolger des A500 im Einsteigerbereich, nachdem der A600 wegen zu geringer Leistung floppte. Mit Leistungsstärkerem CPU (für damalige Zeit jedoch auch schon etwas langsam), verbesserter Grafikausgabe und eingebauten IDE-Controller war er wieder ein kompakter Amiga.

Das Standardgehäuse von Commodore war das des A600, nur mit Nummernblock. Bald gab es jedoch viele Tower-Umbausätze (siehe Modell oben), da sich Festplatten und CD-ROM`s intern nicht (Festplatten nur im 2,5 Zoll-Format) unterbringen ließen. Mit Busboards kann man Ihm sogar ZorroII-Slots spendieren. Diese Zorro-Slots sind jedoch nicht zu allen Turbokarten kompatibel. Auch der PCMCIA-Port ist dann teilweise nicht mehr nutzbar. Dennoch war ist es eine passable (und preisgünstige Alternative zum A4000) für Erweiterungsmöglichkeiten aller Art.
CPU MC680EC20 von Motorola
Taktfrequenz 14MHz
Speicher 2MB Chip RAM onboard
Floppy 3,5 Zoll intern mit 880KB (ersetzbar mit HD-Floppy 1,76MB)
Controller IDE-Controller onboard. Im Gehäuse ist Platz für eine 2,5 Zoll Festplatte. 3,5 Zoll IDE Geräte können mit Adapter angeschlossen werden, wegen Platzmangels jedoch nur in Towergehäusen betrieben werden
Ausgänge 1x Monitor, 2x Audio (links/rechts), 1x Floppy, 1x Seriell, 1x Parallel, 2x Maus/Joystick
Erweiterungs Slots 1x interner Expansion-Slot an der Geräteunterseite
1x PCMCIA Slot an linker Geräteseite
1x Uhrenport zur Nachrüstung einer batteriegepufferten Echtzeituhr
Betriebssystem Kickstart & OS 3.0, später 3.1
Custom Chips
Der A1200 hat, wie auch sein grosser Bruder A4000 (siehe auch dort), die hier abgebildeten verbesserten Custom Chips Alice und Lisa (Ersatz für Agnus und Denise / der Chip in der Mitte ist Gayle als Gary-Ersatz). Damit konnte der Amiga jetzt auch andere Zeilenfrequenzen als 15KHz darstellen. Dadurch wurden Flimmerfreie Bilder endlich Standard (zur Freude von Augenärzten). Ausserdem konnte der sogenannte AA (Advanced Amiga) Chip Set 256 Farben gleichzeitig darstellen bzw. im HAM-Modus sogar 262144 verschiedene Farben. Damit holte man zwar wieder etwas Boden gegenüber den stärker gewordenen PC`s auf, aber hatte Sie nicht eingeholt. Dennoch gab es Hoffnung, schließlich war die nächste Generation von Grafikchips, der AAA-Chip Set, schon in Entwicklung. Diese Chips sind jedoch nie über den Prototypen Status gekommen, denn 1994 mußte bekanntlicherweise Commodore Konkurs anmelden .....
Copyright A1200
Verewigt sind hier die Entwickler des A1200. Gegenüber seinen Vorgängern eine richtige Entwicklerflut .....

Über den Expansion-Slot kann der A1200 mit Bus-Boards nachgerüstet werden. Damit verleiht man dem Computer die ZorroII Slots, die für viele Erweiterungskarten (z.B. Grafikkarten) notwendig sind. Weiterhin gibt es eine riesige Auswahl an Turbokarten für den 1200èr, die von einer einfachen mathematischen CoProzessor-Platine mit RAM-Erweiterung bis zum Blizzard PPC-Board reichen. Das Blizzard PPC Board ist ein Dualprozessor-Board mit einem 68k-CPU (wahlweise 68040/40MHz oder 68060/50MHz) und PPC603e CPU mit Taktfrequenzen zwischen 150 und 200MHz, RAM-Erweiterung bis 256MB und UW-SCSI-Controller (nicht bei allen Karten, es gab verschiedene Versionen).

Eine weitere Eigenschaft des A1200 ist der Uhrenport. Aus Kostengründen bekam der A1200 keine Echtzeituhr onboard, sondern nur einen kleinen Port zur Nachrüstung. Da jedoch die meisten Turbokarten schon eine solche Echtzeituhr hatten, war dieser Port überflüssig. Findige Tüftler sahen in diesem Port bald die Möglichkeit für diverse Erweiterungen. So gibt es High-Speed Schnittstellen-, Ethernet- und Soundkarten für den Uhrenport.
Motherboard A1200
Die Platinengrösse ist fast identisch mit der des A500. Oben in der Mitte befinden sich die zwei Kickstart-ROM`s. Darunter sind die vier RAM-Bausteine für die 2MB Chip-RAM. Rechts sind die vier Spezial-Chip Alice, Lisa, Paula und Gayle. Die CPU, der MC68020, befindet sich oberhalb der zwei Kickstart-ROM`s (ja der kleine Chip, den mein ich). Die MC 68020 des A1200 war anderst als der 68000èr nicht gesockelt (und ist erheblich kleiner). Wie beim A600 ist rechts der PCMCIA Steckplatz und senkrecht daneben die IDE Festplatten Schnittstelle. Links oben ist der Expansion Port für interene Erweiterungen. Wie der A600 wurde auch hier (bis auf die Kickstart ROM`s) nichts gesockelt, sondern kostengünstig mit SMD-Technik produziert.

Mein A1200 hat momentan folgende Konfiguration:
Gehäuse Micronik Infinitiv I
Turbokarte M-Tec 1230RTC/28
mit MC68030/28MHz, FPU 68882 und 8MB Fast RAM
Controller IDE intern onboard mit 2,1 GB Festplatte
SCSI-II über M-Tec Mastercard (an Turbokarte) mit CD-ROM
Betriebssystem Kickstart 3.1 / OS 3.5
Aufgrund der inkompatiblen Turbokarte ist es mir bis jetzt noch nicht möglich gewesen ein Zorro Busboard einzubauen.