Amiga 500
A500
Der Amiga 500 ist wohl der bekannteste Amiga. Allein in Deutschland wurde er über 1.000.000 mal verkauft und war damit der meistverkaufteste Amiga den es gab. Mit einem Verkaufspreis bei 1000.-DM (rund 500 Euro / ohne Monitor) war das "Grafikwunder" für viele erschwinglich und entwickelte sich Aufgrund der Vielzahl von Spielen zu einem Renner.

Die Ausstattung der Grundversion war:
CPU MC 68000 von Motorola
Taktfrequenz 7,14MHz
RAM-Speicher 512KB Chip-RAM
Floppy 3,5" intern mit Kapazität von max. 880 KB
Anschlüsse 1x Monitor, 2x Audio (links/rechts), 1x Floppy, 1x Seriell, 1x Parallel, 2x Maus/Joystick
Erweiterungsplätze 1x Schacht an der Gehäuseunterseite, z.B. für RAM-Erweiterung
1x Slot an linker Gehäuseseite, z.B. für externe HD-Controller
Die Ausstattung in punkto RAM und CPU war für die C64 verwöhnte Computer-Gemeinschaft gigantisch.

Den Ruf als Grafik und Musikwundercomputer bekam der Amiga durch seine Spezial-(Custom)Chips. Diese waren für damalige Verhältnisse extrem Leistungsfähig und machten den Rechner überaus schnell. Jeder dieser Spezialchips hatte bestimmte Funktionen und sind mit CoProzessoren zu vergleichen.
Agnus Er steuert den gesamten Speicherzugriff .
Denise Steuert den Grossteil der Grafikberechnungen
Paula Ist für den I/O-Bereich einschliesslich der Tonausgabe zuständig
Ich weiss, dies ist nur ganz grob. Also, wenn dies ein eingefleischter Amiga-User liest: Bitte nicht schlagen. Aber ich denke, ich sollte hier nicht in die Tiefen Abgründe der Amiga-Architektur gehen. Es würde hier sowieso fast niemand lesen und ausserdem könnte ich damit Bücher füllen ......

Als Grafikmodis gibt es verschiedene Auflösungen zur Auswahl:
Grafiki-Modus Auflösung Farbanzahl
LoRes (Low Resolution) 320x256 32
HiRes (High Resolution) 640x256 16
LoRes interlaced 320x512 32
HiRex interlaced 640x512 16
HAM 320x256 4096
HAM interlaced 320x512 4096
EHB 640x256 64
EHB interlaced 640x512 64
Die Interlaced-Auflösungen wurden durch das Zeilensprung-Verfahren erzeugt. Damit hat man zwar eine hohe Auflösung aber ein extrem flackerndes Augenunfreundliches Bild. Die Farbanzahl mag einem nach heutigen Standard wenig vorkommen, aber ich möchte meinen, viele damaligen User dachten, es wären mehr Farben. Durch geschicktes Zeichnen und Programmieren kann man einiges überspielen. Als Bildfrequenz wurden 15,6KHz bei 50Hz benutzt.  Heutzutage würde jeder Augenarzt einen Herzanfall bei diesen Zahlen bekommen.

Als Betriebsystem wurde die Version 1.2 im Kickstart-ROM und Workbench-Software ausgeliefert, später als V1.3. Unter V1.3 wurden auch endlich Festplatten mit Autoboot-Funktion unterstützt. Das war bis dahin nicht der Fall, aber aufgrund der hohen Preise für diese auch nicht notwendig. Für den A500 gibt es eine Vielzahl von Erweiterungen, teilweise absurd und verrückt, von der Speichererweiterung über Turbokarten bis zu Towergehäusen.

Der Gebrauchtmarktpreis für einen Funktionstüchtigen und Vollständigen 500èr liegt momentan ca. bei 20.-Euro ohne Monitor. Defekte Bastelware läßt sich meist nur noch verschenken ......

Je nach Produktionsjahr gibt es verschiedene Revisionen.

Bei den ersten Verkaufsversionen wurden die Hauptplatinen in HongKong hergestellt. Die Endmontage des Gerätes für die deutsche Version war dann im Commodore-Werk in Braunschweig. Daher ist auf dem Gehäuse noch das Label Made in West-Germany. Innen ist aber nur noch Fernost-Produktion.

Spätere Versionen wurden komplett in China produziert. Doch schauen wir uns ein paar verschiedene Motherboards einmal an:
Rev5 A500
Hier sieht man eine der früheren A500-Revision 5, die in HongKong hergestellt wurden. Die Endmontage des Computers erfolgte in Deutschland. Gut zu erkennen sind die älteren Motherboard-Versionen durch die 16 RAM-Bausteine im unteren Bereich des Boards. Spätere Revisionen haben bereits erheblich weniger Speicherbausteine benötigt. Der grosse linke Baustein in die CPU, der MC68000. Rechts daneben ist das Kickstart ROM, weiter rechts der quadratische Fat Agnus-Chip. Rechts ist Platz für eine interne Erweiterung, die über eine an der Gehäuseunterseite befindliche "Trap-Door" eingebaut werden konnte. Meistgenutzte Erweiterung war eine 512KB FastRAM - Speichererweiterung, die es in Anfangszeiten sogar als Platinenlayout zum selberbauen im Amiga-Magazin gab.
Rev6 A500
Die hier abgebildete Version ist eine in Deutschland endmontierte Revision 6. Sie war auch für eine potentielle RAM-Aufrüstung auf 1MB bereits vorgesehen. Unten sieht man, dass nur jeder zweite RAM-Baustein eingelötet ist. Doch vermutlich aus Preisgründen wurde diese interen Aufrüstung erst mit der Einführung des A500plus erfolgt.
rev7 A500
Dies ist eine spätere Revision 7. Diese Version ist wohl kurz vor der Produktionsumstellung auf den Amiga 500+ und kam bereits aus dem neuen Commodore-Werk auf den Philipinen. Zwar steht auf der Platine bereits A500+, doch hat er trotzdem nur 512KB Chip-RAM und das Kickstart V1.3. (Der A500+ hatte 1MB Chip-RAM und Kickstart V2.04)

Andere Quellen sagen, dass nach den schlechten Verkaufszahlen des A500+ (viele beliebte A500 Spiele funktionierten auf Ihm nicht wegen Kickstart V2) die Produktion wieder umgestellt wurde. Dies war aufgrund des gleichen Platinen Grundlayouts schnell möglich. Es wurden nur diverse Chips weggelassen und Jumper gesetzt.

Dieser A500 hat auch eine 2MB Speichererweiterung und Echtzeituhr. Um eine 2MB RAM-Erweiterung in einem A500 zu installieren muss ein spezieller Adapter auf den Gary-Chip gesetzt werden. Nur so kann sie genutzt werden.