Amiga 3000
A3000
Der Amiga 3000 war der erste 32-Bit Amiga und nach der A500/2000-Serie eine echte Innovation in punkto Technik. Zwar hatte er es schon erheblich schwer mit seinen Mitkonkurrenten PC (besonders in Sachen Preis), aber er konnte erheblich mehr als seine Vorgänger. Allein mit seinem neuen Amiga OS2.0 (das 1.3 war doch schon etwas in die Jahre gekommen) war endlich eine Unterstützung von Festplatten von "Haus aus" möglich. Mit dem Installer von Commodore konnten Installationsroutinen von Software Standardisiert werden. Mit dem neuen ECS-Grafik Chips (Enhanced Chip Set) und Flickerfixer war es endlich möglich einen Standard VGA Monitor anzuschließen. Damit war die Welt der 15", 17" und grösseren Monitore geöffnet. Die Tage des 1084-Monitors schienen gezählt zu sein, da 15KHz Frequenzen nicht mehr zwingend erforderlich war .....

Doch fangen wir mit den technischen Daten an:
CPU MC 68030 mit 25MHz (erste Modelle mit 16MHz
FPU (optional) FPU 68881 oder 68882 mit CPU-Taktfrequenz
RAM 2MB Chip-RAM (einige Modelle wurden mit 1MB ausgeliefert)
max. 16MB Fast RAM onboard
ROM Kickstart 2.0 oder höher (32-Bit Kickstart in 2 ROM Bausteinen)
die ersten Modelle hatten das ROM als Datei auf Festplatte
Erweiterungsplätze 4x Zorro III (kompatibel mit Zorro II)
1x Video (erweitert)
3x ISA (16-Bit / passiv)
1x CPU-Slot
Grafikchips ECS Grafik Chips und Flickerfixer onboard
Controller SCSI-Controller onboard
Ausgeliefert wurde das Gerät anfangs in einem Desktop-Gehäuse, später auch als Tower-Version. Das Desktop-Gehäuse hat einen grossen Fehler. Anderst als beim A2000 fehlt hier der 5,25"-Schacht. Dies hat zur Folge, dass ein CD-ROM nur Extern über den SCSI-Port angeschlossen werden kann. Aber beim A2000 war dieser Schacht auch nicht für CD-ROM`s sondern für 5,25" PC-Floppy`s gedacht. Da diese Floppy`s bei erscheinen des A3000 nicht mehr aktuell war, hat man auf den Schacht verzichtet.

Über den CPU-Slot kann man Turbokarten installieren. Damit ist das System leicht mit einem neuen CPU zu erweitern. Dieser Slot ist identisch mit dem des A4000. Jedoch passt nicht jede A4000-Turbokarte in den A3000. Dies hat keine technischen, sondern mehr Platzgründe im Gehäuse.

Als RAM-Bausteine wurden die damals üblichen ZIP-Gehäuse verwendet. Es waren für den RAM-Ausbau auch DIP Sockel vorhanden. damit konnten jedoch nur 4MB Fast RAM installiert werden. ZIP und DIP Sockel können nicht gleichzeitig genutzt werden.

In der 3000èr Serie wurde auch zum ersten mal der Zorro III-Standard eingebaut. Damit ist eine höhere Datenübertragung zwischen Erweiterungskarten und System möglich. Mit dem heutigen PCI-Standard kann man diese Geschwindigkeit jedoch nicht vergleichen. Zorro II-Karten können auch in diesen neuen Slot gesteckt werden. Nur wenige Karten (z.B. die Merlin-Grafikkarte, für die gibt es jedoch ein ZIII-Bugfix) hatten Probleme damit.

Die ersten Geräte hatten ihr Kickstart nicht als ROM, sondern als Bootrom auf der Festplatte (ähnlich wie beim A1000). Dies hatte praktische Gründe. Das neue Kickstart2.0 hatte noch einige Fehler. Mit der Datei konnte leichter ein Update durchgeführt werden. Die erste ROM-Version war V2.04. Bei diesen ersten Geräten blieb der ROM-Sockel leer, konnte aber jederzeit mit ROM`s bestückt werden. Außerdem konnte OS2 die neuen Grafikchips ausnutzen. Endlich konnten auch höhere Bildfrequenzen als 15KHz dargestellt werden. Mit dem eingebauten Flickerfixer war auch der Anschluß eines VGA-Monitors möglich. Der Flickerfixer verdoppelte die Bildfrequenz auf mind. 30Khz. damit war ein Flimmerfreies Bild möglich (etwas Augenfreundlicher!)

Für Festplatten wurde ein SCSI-Controller onboard installiert. Über die ZorroIII-Slots kann man natürlich auch IDE-Controller nachrüsten, aber Commodore unterstützte damals nur die (teurere) SCSI-Technik. Erst mit dem A600, A1200 und A4000 hat sich dies geändert.

Etwas später wurde noch eine Tower-Version angeboten, die wohl wegen dem extrem hohen Preis floppte. Der A3000 kostete in der 25MHz Variante mit 6MB RAM und einer 120 MB Festplatte immerhin ab 4200.-DM (ca. 2300 Euro), die Tower Variante schlug mit ab 5200.-DM (ca. 2700 Euro) zu Buche. Zum anderen wurde nur kurze Zeit später der A4000 und A1200 auf den Markt gebracht, der erheblich bessere Grafikfähigkeiten hatte.

Mit dem A3000UX versuchte Commodore (nach dem A2500UX) das zweite mal den Sprung in die Unix-Welt. Nur wenige Geräte fanden einen Käufer ....

Mein A3000 hat folgende Ausstattung:
CPU MC68030 / 25MHZ mit FPU 68881
RAM 2MB Chip RAM / 16MB Fast RAM onboard
ROM Kickstart 3.1 / OS 3.5
Festplatte 8,4 GB SCSI
CD-ROM 12x SCSI extern
Grafikkarte Retina BLT Z3 4MB von MacroSystem
Bridgeboard Vortex GoldenGate 486SLC mit 4MB RAM
Schnittstellenkarte BSC/Alfadata Multiface3 mit 3x Seriell + 1x Parallel